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Drei Wochen sind fast wie im Flug vergangen

Ich bin euch ja noch ein Foto von dem ersten Regal schuldig. Da ist es. Im oberen Bereich werden an der Stange Handtücher dekorativ aufgehängt und davor ein paar zum Mitnehmen gelegt. Auf den schrägen Boden kommen Bücher über die Tiere Tasmaniens gut zur Geltung. Darunter sind dann gleich ein paar Stapel der Bücher. Ich denke, das kann sich durchaus sehen lassen. Ich hätte zwar keine Spanplatten sondern etwas höherwertiges genommen, aber gut. Ich habe ja auch nicht eingekauft. So sieht es dann übrigens bestückt aus.

An den nächsten Tagen macht sich deutlich bemerkbar, dass Chris Urlaub hat. Lediglich Donnerstag und Freitag sind zwei Leute vom Team hier, die restlichen Tage bin ich mit Danielle oder Courtney alleine. Das ist schon etwas arg dünn besetzt. Wenn eine Führung läuft, wird mal eben die Eingangstür abgeschlossen, weil niemand anderes da ist. Ich werde den beiden zumindest mit dem helfen, was ich inzwischen kann. Am Montag kommen noch zwei australische Studentinnen zur Freiwilligenarbeit vorbei. Mangels Personal werde ich die in der Routine der Tierpflege anlernen. Mal sehen, wie das läuft.

Da vorgestern noch Doppelbesetzung angesagt war, bin ich nachmittags spontan wieder nach Devonport gefahren. Chris hatte mir eine andere Route empfohlen, die landschaftlich schöner sein soll. Es waren wirklich ein paar sehr schöne Stellen dabei. Fotos habe ich jedoch nur mit der Kamera und nicht dem Handy gemacht, daher gibt es jetzt keines hier im Beitrag. Ich bin dann über eine andere Strasse in die Stadt gekommen und habe mich auf einen Spaziergang um Don River gemacht. Leider muss ich irgendwo ein Schild übersehen haben und bin anstatt der angepriesenen 3/4 Stunde gute 2 Stunden unterwegs gewesen. Gibt aber schlimmeres, da die Sonne geschienen hat und es trocken war.

Ausflug nach Devonport

Heute hatte ich wieder einen freien Tag und bin über Sheffield nach Devonport gefahren. Irgendwie fühle ich mich in den kleineren Städten wie Sheffield immer gute 50 Jahre in die Vergangenheit versetzt. Die Häuser sind zum großen Teil aus Holz und sehen immer stark mitgenommen aus. Selbiges gilt jedoch auch für die wenigen gemauerte Häuser. Wer in den USA mal in den ländlichen Gegenden war, weiß wovon ich spreche. Viel mehr gibt es zu Sheffield auch nicht zu sagen. Es gibt aber leckeren Cappuccino und Cookies.

Bei der Namensgebung mancher Orte sind die Australier wirklich kreativ. So bin ich z. B. schon öfters durch „Paradise“ gefahren. Heute hat mich ein Wegweiser jedoch komplett zum Lachen gebracht. Wer kann schon von sich behaupten, „Nowhere Else“ gewesen zu sein.

Devonport selbst ist, wie der Name vermuten lässt, eine Hafenstadt. Ich würde Devonport auch wirklich als Stadt bezeichnen. Es gibt dort etwas wie normales Leben. Viele Supermärkte, ein Kino, eine Fußgängerzone und sogar Mc Donalds. Der Weg entlang der Mündung des Mersey River und danach am offenen Ozean war sehr idyllisch. Das Wetter hat auch wieder mitgespielt und mich mit 21°C und Sonne versorgt – was will ich mehr.

In der Fußgängerzone habe ich mir ein Kebab gegönnt. Das ist jedoch kein Döner, wie wir ihn kennen, sondern quasi der nackte Fladen einer türkischen Pizza, in den dann Salat und Fleisch eingewickelt werden. Das sollte man natürlich vorher wissen, damit man seine Bestellung mit zahlreichen Extras aufpeppt. Ansonsten schmeckt es etwas langweilig. Jetzt weiß ich es ja. Der nächste Kebab wird sicher besser.

Wie immer nach so einem Ausflug in die Zivilisatiin habe ich noch Lebensmittel für die kommende Woche eingekauft. Die Coles Supermärkte sind wirklich gut. Die haben viele laktosefreie Produkte und qualitativ hochwertige Dinge als Eigenmarke. Der frische Orangensaft z. B. ist einmalig! So einen Geschmack habe ich zu Hause noch nicht erlebt. Liegt vielleicht auch daran, dass kein Konzentrat verwendet wird und die Orangen direkt aus Australien kommen.

Auf dem Rückweg wurde es schon wieder etwas dunkel. Das Fahren wird dann anstrengender, weil die ganzen Tiere, die fast alle nachtaktiv sind, umherstreunen. Alle paar Kilometer wird man leider durch entsprechende Kadaver auf der Straße daran erinnert. Also: runter vom Gas! Heute habe ich zwei Wombats und zahlreiche Pademelons am Straßenrand gesehen. Auch dieses Mal bin ich aber ohne Zwischenfall am Cradle Mountain angekommen.