Alle Beiträge von Lutz

Ausflug nach Devonport

Heute hatte ich wieder einen freien Tag und bin über Sheffield nach Devonport gefahren. Irgendwie fühle ich mich in den kleineren Städten wie Sheffield immer gute 50 Jahre in die Vergangenheit versetzt. Die Häuser sind zum großen Teil aus Holz und sehen immer stark mitgenommen aus. Selbiges gilt jedoch auch für die wenigen gemauerte Häuser. Wer in den USA mal in den ländlichen Gegenden war, weiß wovon ich spreche. Viel mehr gibt es zu Sheffield auch nicht zu sagen. Es gibt aber leckeren Cappuccino und Cookies.

Bei der Namensgebung mancher Orte sind die Australier wirklich kreativ. So bin ich z. B. schon öfters durch „Paradise“ gefahren. Heute hat mich ein Wegweiser jedoch komplett zum Lachen gebracht. Wer kann schon von sich behaupten, „Nowhere Else“ gewesen zu sein.

Devonport selbst ist, wie der Name vermuten lässt, eine Hafenstadt. Ich würde Devonport auch wirklich als Stadt bezeichnen. Es gibt dort etwas wie normales Leben. Viele Supermärkte, ein Kino, eine Fußgängerzone und sogar Mc Donalds. Der Weg entlang der Mündung des Mersey River und danach am offenen Ozean war sehr idyllisch. Das Wetter hat auch wieder mitgespielt und mich mit 21°C und Sonne versorgt – was will ich mehr.

In der Fußgängerzone habe ich mir ein Kebab gegönnt. Das ist jedoch kein Döner, wie wir ihn kennen, sondern quasi der nackte Fladen einer türkischen Pizza, in den dann Salat und Fleisch eingewickelt werden. Das sollte man natürlich vorher wissen, damit man seine Bestellung mit zahlreichen Extras aufpeppt. Ansonsten schmeckt es etwas langweilig. Jetzt weiß ich es ja. Der nächste Kebab wird sicher besser.

Wie immer nach so einem Ausflug in die Zivilisatiin habe ich noch Lebensmittel für die kommende Woche eingekauft. Die Coles Supermärkte sind wirklich gut. Die haben viele laktosefreie Produkte und qualitativ hochwertige Dinge als Eigenmarke. Der frische Orangensaft z. B. ist einmalig! So einen Geschmack habe ich zu Hause noch nicht erlebt. Liegt vielleicht auch daran, dass kein Konzentrat verwendet wird und die Orangen direkt aus Australien kommen.

Auf dem Rückweg wurde es schon wieder etwas dunkel. Das Fahren wird dann anstrengender, weil die ganzen Tiere, die fast alle nachtaktiv sind, umherstreunen. Alle paar Kilometer wird man leider durch entsprechende Kadaver auf der Straße daran erinnert. Also: runter vom Gas! Heute habe ich zwei Wombats und zahlreiche Pademelons am Straßenrand gesehen. Auch dieses Mal bin ich aber ohne Zwischenfall am Cradle Mountain angekommen.

Gehege bauen

So langsam kehrt die tägliche Routiene ein, daher habe ich auch länger nicht geschrieben. Seit gestern ist jedoch ein Handwerker vor Ort, der ein paar Gehege wieder aufbaut. Diese sind im Juli eines Tages unter der Schneelast eingestürzt. Zum Glück wurde dabei keines der Tiere Verletzt. Das erklärt jedoch auch, warum ein paar Quolls in doch sehr kleinen Gehegen untergebracht sind: es ist einfach eine Notlösung.

Nach Rücksprache konnte ich dann gestern und heute am Nachmittag beim Bau helfen.Das war mal eine wilkommene Abwechselung. Mit Holz, Akkuschrauber, Flex, Zaungitter und Spaten kann ich ja seit Böckelühr auch sehr gut umgehen. Der Handwerker war auch von meiner Hilfe sehr angetan. Endlich mal jemand mit technischen Sachverstand, hatte er gesagt. Er selbst kommt ursprünglich aus den Niederlanden und ist vor 7 Jahren nach Australien ausgewandert. Seitdem baut er alles aus Holz, was es so gibt. Angefangen von den Gehegen hier, welche fast alle von ihm stammen, bis hin zu kompletten Häusern. Wir haben uns gleich gut verstanden und sind abends in einer Bar gelandet. Ich fand es sehr interessant zu erfahren, warum er ausgewandert ist und ob er den Schritt bereut hat. Bevor ihr jetzt auf falsche Gedanken kommt: ich komme planmäßig wieder zurück!

Morgen habe ich  mir wieder einen freien Tag gegönnt und werde über ein paar Umwege nach Devonport fahren. Einmal, um wieder etwas von der Landschaft zu sehen, und natürlich auch, um in einem größeren Supermarkt einzukaufen. Die Auswahl hier vor Ort ist schon sehr beschränkt. Ihr könnt euch also schonmal auf ein paar neue Fotos freuen. Vielleicht gibt es ja auch eine Story zu erzählen.

Winter Wonderland

Gestern war es wirklich nicht schön hier. Von Regen über Schnee bis Hagel war alles vertreten. Das war jedoch Nichts im Vergleich zu dem, was mich heute draußen erwartet hat.

Also war heute mal was anderes angesagt: Schnee räumen. Ein Deckenbalken im Gehege der Eastern Quols biegt sich unter der Schneelast gewaltig durch. Den würde ich am liebsten noch unterstützen oder verstärken. Danielle, einer Tierpflegerin hier, wäre es jedoch lieber, wenn die Quols vorher eingefangen werden, damit nicht aus Versehen eines von herunterfallenden Teilen getroffen wird. So wie es gerade aussieht, taut alles noch heute weg. Wenn es also nicht wieder schneit, sollte das passen und der Balken kann in Ruhe ausgewechselt werden.